Toulouse hat zwei klare Schwerpunkte: die Onkologie, gebündelt im IUCT-Oncopole, und das gesunde Altern, getragen vom Gérontopôle und vom IHU HealthAge. Dazu kommt das Universitätsklinikum (CHU de Toulouse) mit Organtransplantation, seltenen Erkrankungen und fast 5.000 Geburten im Jahr 2025.

Die Kliniklandschaft von Toulouse im Überblick

Sie haben Ihre Ausbildung oder Ihr Studium in Deutschland oder Österreich abgeschlossen und vergleichen französische Städte? In Toulouse ist die Lage übersichtlich. Die Krankenhausversorgung stützt sich auf drei Pole, die eng zusammenarbeiten: das Universitätsklinikum, ein gemeinsam mit einem Krebszentrum betriebenes Krebsinstitut und das Krankenhaus La Grave, in dem die Altersmedizin und -forschung angesiedelt ist.

EinrichtungSchwerpunktGut zu wissen
CHU de ToulouseUniversitätsklinikum mit allen Fächern, Transplantation, seltene Erkrankungen17.029 Beschäftigte und 2.983 Betten und tagesklinische Plätze im Jahr 2025, laut Klinikum
IUCT-OncopoleOnkologieZu gleichen Teilen vom CHU und vom Oncopole Claudius Regaud getragen, eröffnet 2014
Gérontopôle und IHU HealthAgeAltern und Vorbeugung von PflegebedürftigkeitIm Krankenhaus La Grave; HealthAge wurde 2023 als „emerging“ IHU ausgewählt
CRCTKrebsforschungForschungszentrum von Inserm, CNRS und Universität auf dem Gelände des Oncopole

Laut seinen Kennzahlen verfügte das CHU de Toulouse 2025 über 2.983 Betten und Plätze (2.188 Betten und 795 tagesklinische Plätze) und verzeichnete 316.793 stationäre Aufenthalte sowie 231.584 Patientenkontakte in der Notaufnahme. Sein Tätigkeitsbericht 2025 schlüsselt das Personal auf: 12.388 nichtärztliche Beschäftigte, 1.581 erfahrene Ärztinnen und Ärzte (médecins seniors) sowie 1.495 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung (internes und docteurs juniors).

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Onkologie: Das IUCT-Oncopole verbindet Uniklinik und Krebszentrum

Das Universitäre Krebsinstitut Toulouse (IUCT-Oncopole) ist ein Verbund im Gesundheitswesen, an dem das CHU und das Oncopole Claudius Regaud zu gleichen Teilen beteiligt sind. Das Oncopole Claudius Regaud gehört zu Unicancer, dem französischen Netz aus 18 Krebszentren und 2 assoziierten Mitgliedern. Nach seinem Tätigkeitsbericht 2023 wurde das Institut 2014 eröffnet und zählte 308 Betten, davon 103 tagesklinische Plätze, sowie 2.175 Mitarbeitende am Standort.

Im Bericht von 2023 nennt das Institut seine Akkreditierung als „Comprehensive Cancer Center“ durch die Organisation Europäischer Krebsinstitute (OECI). Das ist ein europäischer Maßstab, an dem Sie das Institut mit Krebszentren vergleichen können, die Sie aus Ihrer bisherigen Arbeit kennen.

Forschung Tür an Tür mit den Stationen

Auf dem Gelände des Oncopole liegt auch das Krebsforschungszentrum Toulouse (CRCT), getragen von Inserm, CNRS und Universität: mehr als 400 Personen in 18 Teams im Jahr 2023. Der Bericht des IUCT-Oncopole beschreibt zudem den Campus Santé du Futur mit mehr als 6.000 Beschäftigten auf 220 Hektar.

Im Alltag heißt das: Pflege- und Ärzteteams arbeiten eng mit der klinischen Forschung und den Laboren zusammen. Eine Pflegefachkraft lernt hier etwa die Tagesklinik, die Koordination von Behandlungspfaden oder die Betreuung von Studienpatientinnen und -patienten kennen; Ärztinnen und Ärzte erleben Forschung als Teil der täglichen Arbeit. Welche Stellen frei sind, hängt immer vom Bedarf der einzelnen Abteilungen ab.

Altersmedizin: Gérontopôle und IHU HealthAge in La Grave

Frankreich fördert nur wenige universitäre Klinikinstitute, sogenannte IHU. HealthAge in Toulouse ist eines der 12 Institute, die 2023 im Rahmen von France 2030 ausgewählt wurden, so eine Übersicht der französischen Forschungsagentur ANR. Die Pressemappe vom 16. Mai 2023 wird genauer: HealthAge ist eines von zwei „IHU émergents“ (aufstrebenden IHU), zusammen mit Infiny in Nancy, mit einer Förderung von 5 Mio. € und weiteren 5 Mio. € unter Bedingungen.

Gérontopôle und IHU HealthAge sind im Krankenhaus La Grave untergebracht. In seinem Tätigkeitsbericht 2025 stellt das CHU HealthAge als „Kooperationszentrum der WHO“ vor und gibt an, dass mehr als 100.000 Menschen mit ICOPE Monitor begleitet werden, dem Werkzeug des ICOPE-Programms der Weltgesundheitsorganisation für die integrierte Versorgung älterer Menschen.

Für Ihre Arbeit bedeutet das: Altersmedizin endet in Toulouse nicht an der Stationstür. Sie umfasst das frühe Erkennen nachlassender Selbstständigkeit, die Begleitung über längere Zeit und die Forschung. Pflegefachkräfte, Physiotherapeutinnen, Ergotherapeuten und Aides-soignants, die gern mit älteren Menschen arbeiten, finden hier einen deutlich präventiven Ansatz.

Transplantationen, seltene Erkrankungen und Geburten am CHU

Der Tätigkeitsbericht 2025 des CHU nennt 357 Transplantationen, darunter 234 Nierentransplantationen bei Erwachsenen, 60 Leber-, 18 Herz- und 14 Lungentransplantationen. Das Klinikum hat 87 Expertenzentren für seltene Erkrankungen und verzeichnete im selben Jahr 4.944 Geburten. Entsprechend unterschiedlich sind die Arbeitsplätze: Intensivmedizin und Nachsorge nach Transplantation, Spezialambulanzen, Kreißsaal, Pädiatrie.

Tor zu den Pyrenäen: Notfallmedizin im Gebirge

Toulouse selbst liegt nicht in den Bergen, bildet aber Ärztinnen und Ärzte für die Bergrettung aus. Die Universität Toulouse bietet gemeinsam mit Grenoble ein zweijähriges interuniversitäres Diplom in Bergnotfallmedizin an, offen für promovierte Ärztinnen und Ärzte mit französischem, EU- oder Nicht-EU-Abschluss. Die Praktika umfassen Felsrettung, Höhlenrettung, Lawinen, Hubschraubereinsätze und Hochgebirge.

Für welche Gesundheitsberufe?

  • Ärztinnen und Ärzte: ein Universitätsklinikum mit fast 1.500 Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung, Onkologie am IUCT-Oncopole, Geriatrie und Altersforschung, Transplantation und seltene Erkrankungen.
  • Pflegefachkräfte: Onkologie und Tagesklinik, Pflege nach Transplantation, präventiv ausgerichtete Geriatrie und eine Notaufnahme mit mehr als 230.000 Patientenkontakten im Jahr 2025.
  • Hebammen: eine geburtenstarke Geburtshilfe am CHU, mit 4.944 Geburten im Jahr 2025.
  • Physiotherapeuten und Ergotherapeuten: Rehabilitation und Erhalt der Selbstständigkeit, zentral im Ansatz des Gérontopôle, sowie die Begleitung von Krebspatientinnen und -patienten.
  • Aides-soignants: eine tragende Rolle bei älteren Menschen und auf den Stationen, in der Onkologie wie in der Inneren Medizin. Ein Abschluss in der Pflegeassistenz oder Pflegehilfe berechtigt nicht automatisch dazu, in Frankreich als Aide-soignant zu arbeiten: Mehr dazu in unserem Leitfaden zum Beruf Aide-soignant.

Das sind Arbeitsumfelder, keine Stellenangebote: Eingestellt wird Abteilung für Abteilung.

Leben in Toulouse

Toulouse ist die Hauptstadt der Region Okzitanien, eine große Universitätsstadt an der Garonne in Reichweite der Pyrenäen. CHU, IUCT-Oncopole und La Grave liegen an verschiedenen Orten im Großraum: Prüfen Sie die Wege zwischen künftigem Arbeitsplatz und Wohnung, bevor Sie einen Mietvertrag unterschreiben, vor allem bei Nacht- oder Wochenenddiensten.

Für die Vorbereitung Ihres Umzugs lesen Sie unseren Leitfaden zur Niederlassung in Frankreich und unseren Artikel zum Wohnen in Frankreich. Zur Vergütung finden Sie Informationen in unserem Artikel über Gehälter in Frankreichs Gesundheitswesen.

Von der Idee zum Antrag

Welcher Weg Sie zur Berufsausübung in Frankreich führt, hängt von Ihrem Beruf und Ihrem Abschluss ab. Beginnen Sie mit dem Leitfaden zu Ihrem Beruf und lesen Sie dann unseren allgemeinen Leitfaden für die Berufsausübung in Frankreich mit einem europäischen Gesundheitsabschluss.